Westwallbunker

Umwelt & Bildung

Der Westwallbunker an diesem Standort gehörte zu einem Verteidigungsring aus den Jahren 1937/38 um die Brückenköpfe der Eisenbahnbrücke und einer früheren Schiffsbrücke. Damit sollte ein französischer Angriff über den Rhein hinweg verzögert werden. Der Bunker konnte hinter einer 10 cm starken Panzerplatte mit einem Maschinengewehr bewaffnet werden, das jedoch nicht auf die nahe gelegene Schiffsbrücke gerichtet war, sondern auf das Hafenbecken nach Nordwesten. Der Brückenkopf wurde zur Rundumverteidigung eingerichtet, weshalb der eigentlich genormte Bunkertyp, ein «Regelbau B1-1», um eine zweite, schwächer gepanzerte Scharte für ein Maschinengewehr neben dem Eingang ergänzt wurde. Diese Rundumverteidigung, wozu auch weitere Bunker einen Halbkreis bildeten, entstand aus der Befürchtung, dass leicht bewaffnete Truppen den Rhein irgendwo überqueren und die Bunker an wichtigen Brücken von hinten angreifen könnten, um damit den Weg für schwerer bewaffnete Truppen zu öffnen. Von 1936 bis 1938 wurden Bunker nur in 22 Brückenköpfen und Stützpunkten an Brücken und Übergangsstellen des Rheins gebaut, weil das hunderte Kilometer lange Ufer nicht so schnell mit Bunkern bebaut werden konnte. Zu dieser Zeit hatte das Bauprojekt «Westbefestigungen» noch defensiven Charakter. Aber das änderte sich ab Sommer 1938. Mit einer großen Bauwelle entstand der später so genannte «Westwall», davon am Rhein die dicht bebaute «Oberrheinstellung» von der Schweiz bis nach Germersheim. Hiermit schaffte sich der NS-Staat einen militärischen Schutzschild im Westen, um so ungehindert andere Staaten in Ost- und Südosteuropa im Kontext des ideologischen «Lebensraums» zu erobern und auszuplündern und «minderwertige» Menschen zu versklaven und zu töten. Eine «Verteidigungslinie», ein «Friedenswall» oder ein «Gegenstück zur Maginotlinie» war der Westwall damit nicht, auch wenn die NS-Propaganda das vorgaukelte und diese bis heute nachhallt.